Standard & Poor‘s stuft Frankreich und weitere Euroländer herab
Diesmal davon betroffen ist vor allem Frankreich, welche die Bestnoten AAA verlieren wird. Italien wurde sogar zwei Stufen reduziert. Auch Österreich ist gefährdet. Diese Länder waren in letzter Zeit unter verstärkt unter den Fokus der Ratingagenturen geraten. Gründe sind die hohe Staatsverschuldung und in der Folge die Auswirkungen der europäischen Finazkrise. Das sei zwar keine Katastrophe meinte meinte der französische Finanzminister François Baroin in einer ersten Reaktion. Für Frankreich und andere betroffene Länder kann die schlechtere Note jedoch höhere Zinsen bedeuten. Obwohl dies nicht zwingend sein muss, wie die letzte erfolgreiche Anleihen-Emission Italiens zeigte.
Die Herabstufung dürfte erhebliche Folgen für die Eurozone im Kampf gegen die Schuldenkrise haben. Frankreich ist neben Deutschland als zweitgrösste Wirtschaftsmacht der EU massgeblich am Rettungsschirm EFSF beteiligt. Frankreich hat bereits zwei massive Sparpläne mit einem Gesamtvolumen von mehr als 70 Milliarden Euro aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu dämpfen. Paris werde aber nach dem Verlust der Top-Bonität keine weiteren Sparprogramme mehr auflegen, meinte der Finanzminister. Deutschland wird wohl sein Toprating vorderhand noch behalten können. Aber anderem droht auch Österreich der Verlust des Spitzenratings, wie am Freitag aus Finanzkreisen zu hören war. Frankreichs Herabstufung kommt überraschend, weil sich die Lage zuletzt entspannt hatte. Einige Staaten Europas waren am Kapitalmarkt wieder leichter und günstiger an Geld gelangt, die Börsenkurse hatten sich erholt. Schon die Gerüchte über die bevorstehende Herabstufung lösten aber in der zweiten Woche des neuen Jahres an den europäischen Börsen einen Kursrutsch aus. Von den Herabstufungen profitierte der US-Dollar und der Frankenkurs näherte sich bedrohlich der unteren Interventionsgrenze von EUR/CHF 1.20.
Für die Schweiz bedeutet die Herabstufung nichts Gutes. Wir sind einerseits als grösster Exporteur stark von der Schwäche der europäischen Wirtschaft betroffen. Andererseits dürfte sich der Aufwärtsdruck auf den Franken wieder verstärken. Dies kommt im dümmsten Moment, indem unsere Nationalbank momentan ebenfalls von einer Führungskrise betroffen ist. Der „Fall Hildebrand“ (private Devisengeschäfte) ist noch voll in der Aufarbeitung und bi sein neuer definitiver Vorsitzender des Direktoriums gefunden ist, könnten noch Monate vergehen. Der Bundesrat muss sich mit der Aufarbeitung des Falles und der Neuwahl beeilen.